Ev. Kirchengemeinde Lübbecke Ev. Kirchengemeinde Lübbecke

Gottesdienste

Sonntag

10:00 Uhr in der St.-Andreas-Kirche
10.30 Uhr im Thomas-Gemeindehaus

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Samstag

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Tageslosung

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Gemeindebrief Sommer 2011

Lübbecker Gemeindebrief Sommer 2011
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„Ich will“ – oder von der 3. großen Selbstverständlichkeit

Jesus Christus„Kinder mit nem Willn kriegen was auf die Brillen“ – also hinten vor. Mit diesem reichlich schlichten Vers wurde zu meiner Kinderzeit die Frage nach der Durchsetzbarkeit von Kinderwünschen beantwortet – natürlich mit einem verschmitzten Lächeln. Denn irgendwie haben wir uns als Kinder doch einen Weg gesucht, um unseren Willen durchzusetzen - und die Eltern wussten um die Möglichkeiten der kindlichen Durchsetzungsfähigkeit! Die Frage, wer also am Ende seinen Willen durchsetzt, war mit diesem schlichten Vers noch lange nicht beantwortet.
Wenn ich Ihnen heute von der 3. großen Selbstverständlichkeit erzählen möchte, dann hat das auch etwas mit dem Durchsetzen von einem Willen zu tun. Nur ist hierbei nicht unser Wille gemeint, sondern Gottes Wille. Im „Vater unser“ bitten wir Christen in der 3. Bitte genau um diese Sache: „dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.“ Diese Bitte müsste doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Schließlich wenden wir uns hier an Gott und man muss sich doch fragen, ob es für Gott nicht eine Selbstverständlichkeit ist, seinen Willen durchzusetzen. Offensichtlich nicht!
Offensichtlich geschieht so viel Grauenhaftes in der Welt, dass viele Menschen genau diese Erfahrung mit einem Glauben an Gott nicht zusammenbringen können. Offensichtlich setzt sich der Wille von Menschen immer wieder auf eine Weise durch, dass man am Ende nur von einer Katastrophe sprechen kann. Und bemerkenswerter Weise geschieht dieses Durchsetzen des menschlichen Willens gegen den göttlichen Willen oft bei den Frommen. Gerade da, wo besonders inbrünstig um die Durchsetzung von Gottes Willen gebetet wurde, gerade dort hat sich so manches Mal etwas grauenhaftes ereignet. Das letzte große Beispiel im Feld der Politik ist für mich der Irakkrieg. Wie sehr wurde nicht in der Begründung für diesen Krieg - sozusagen als religiöse Begleitmusik – mittransportiert, dass der amerikanische Präsident für diese Entscheidung gebetet hat. Eine Entscheidung, die aber derart auf einem Lügengebäude aufgebaut ist, wie sich in diesen Tagen mehr und mehr herausstellt, eine solche Entscheidung kann nicht Gottes Willen entsprechen.

BildIn der Bibel wird, an entscheidender Stelle, genau dieser Zusammenhang benannt: der Zusammenhang von frommem Eifer und der Bitte um Gottes Willen, nämlich in der Leidensgeschichte Jesu. Da sollte Jesus mit dem Argument der Gotteslästerung beseitigt werden. Ihm blieb am Ende, als er merkte, dass das drohende Unheil nicht mehr abzuwenden war nichts anderes übrig, als nur darum zu beten, dass Gottes Wille geschehen möge. Wir dürfen davon ausgehen, dass auch die Ankläger Jesu darum gebetet haben, dass Gottes Wille nun durch sie geschehen möge. Aber in der Bibel wird erzählt, dass Gott sich in der Auferstehung Jesu eindeutig auf seine Seite geschlagen hat. Das Grauen des gewaltsamen Todes hat Gott nicht abgewendet – bis heute noch nicht. Aber er hat klar erkennbar gemacht, dass dieser Tod nicht seinem ureigensten Willen entspricht. Den setzt er auf seine, oft rätselhafte Weise durch, aber immer zum Besten der Menschen. Darum ist es notwendig und im wahrsten Sinne des Wortes heilsam, wenn wir Menschen beten: dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.