Ev. Kirchengemeinde Lübbecke Ev. Kirchengemeinde Lübbecke

Gottesdienste

Sonntag

10:00 Uhr in der St.-Andreas-Kirche
10.30 Uhr im Thomas-Gemeindehaus

Mittwoch

18:00 Uhr Taizè-Gebet in der St.-Andreas-Kirche

Samstag

16:00 Uhr im Evangelischen Alten- und Pflegeheim

Tageslosung

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Gemeindebrief Sommer 2011

Lübbecker Gemeindebrief Sommer 2011
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Es „reich“t – oder von der zweiten großen Selbstverständlichkeit

Es „reich“t – oder von der zweiten großen Selbstverständlichkeit

Weinberg

Wenn ich Ihnen heute von der zweiten großen Selbstverständlichkeit erzählen will, dann meine ich damit die zweite Bitte im „Vater unser“; und die lautet: dein Reich komme. Ich nenne diese Bitte eine Selbstverständlichkeit, weil es doch eigentlich selbstverständlich sein sollte, dass Gott seinen Einflussbereich dahin ausweitet, wo er es will. Und wenn Gott Gott ist, dann müsste doch sein Einflussbereich überall sein - überall, auf der ganzen Welt und im ganzen Kosmos, den er doch geschaffen hat. Überall müsste Gott doch seinen Einfluss geltend machen, ja, er müsste das durchsetzen, was er haben möchte. Warum sollte man dann noch darum bitten?
Aber zunächst möchte ich fragen, was Gott haben möchte. Jesus hat es in Geschichten beschrieben; zum Beispiel in der sehr merkwürdigen Geschichte vom Weinbergbesitzer: dieser Mann stellt Leute ein, die arbeiten unter sehr unterschiedlichen Bedingungen. Einige müssen lange Zeit und bei großer Hitze arbeiten, andere wiederum nur wenige Stunden. Am Abend, als der Lohn ausgezahlt wird bekommen aber alle gleich viel, nämlich genau soviel, wie eine Familie zum Leben benötigt.
So soll es im Reich Gottes zugehen. Es sagen einige, dass sie da lieber nicht hinein möchten, wenn es da so ungerecht zugeht: gleicher Lohn für ungleiche Arbeit!?! Aber ist es ungerecht, wenn jeder das bekommt, was man zum Leben braucht – unabhängig von der erbrachten Lebensleistung? Ob es gerecht ist, wage ich nicht zu sagen, aber barmherzig ist es auf jeden Fall.
Das besondere am Reich Gottes ist es, dass Gerechtigkeit und Barmherzigkeit kein Widerspruch sein werden. Das, was wir in unserem Leben oft nur als Widerspruch erfahren, dass es entweder gerecht zugeht, weil jeder das bekommt, was er verdient hat – und wenn jemand nichts verdient, bekommt er auch nichts, oder dass Barmherzigkeit das Handeln bestimmt - dann bekommen auch diejenigen ihre Chance, die sie schon längst verspielt haben, mit der Folge, dass sich merkwürdigerweise diejenigen zurückgesetzt fühlen, denen es eigentlich gut geht – dieses beides hört im Reich Gottes auf, ein Widerspruch zu sein: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.
Eine Ahnung von diesem Reich Gottes bekommen wir immer dann, wenn wir uns richtig entspannen können. Am Abend, nach einem anstrengenden Tag bei einem Glas Bier, in einem Gespräch mit Freunden, bei dem man den Eindruck hat, die verstehen mich, wir verstehen uns, wir brauchen uns nicht anzustrengen und uns gegenseitig beweisen, wie großartig wir sind. Diese Momente haben wir einfach verdient – und zugleich sind sie ein echtes Geschenk, alles andere als selbstverständlich. Wir wissen, dass diese Momente kostbar sind, wir können sie nicht machen, sie ergeben sich – einfach so. Und genauso ist es mit dem Reich Gottes: wir können es nicht machen, wir können nur drum bitten; es wird sich ergeben, einfach so - und das reicht dann.