Die Geschichte der St. - Andreas - Kirche

Die   Kirche hat ihren Namen nach dem Heiligen Andreas, einem der zwölf Jünger Jesu, der nach der Legende den Märtyrertod erlitten hat. In der Zeit der Sachsenkriege Karls des Großen wird sich das Christentum in unserem Kreis ausgebreitet haben. Damals, im Jahre 775, wird die Stadt Lübbecke das erst mal als Ort Hlidbecki erwähnt.

Im Jahre 974 schenkte der Priester Nandrot den ihm gehörenden Ort mit Umgebung der Mindener Kirche. Aus dieser Verbindung Lübbeckes mit Minden entsteht das spätere sog. Stift Minden (nicht zu verwechseln mit der Diözese Minden), dessen zweiter Hauptort Lübbecke blieb. Seitdem ist die Geschichte unserer Stadt und Kirche mit dem umliegenden Land bis Anfang des 19. Jh. mit Minden verbunden,  deren Bischöfe zugleich die weltlichen Landesherren dieses Gebiets waren.

Weltkugel mit Kerzen

Der Innenraum

1160 - 1180 wurde die Kirche auf den Fundamenten einer Feldsteinkapelle, die wahrscheinlich schon auf die Iro-Schottische Mission zurückgeht, als romanische Kreuzkirche erbaut. Der Turm war zunächst nicht höher als der First des Kirchendachs. 1233 wird die St.-Andreas-Kirche zum erstenmal urkundlich erwähnt. 1279 erhöhte man den Turm aus militärischen Gründen; er wurde mit spätromanischen Fenstern versehen. 1295 wurde die Kirche mit einem Kollegialstift, dem sogenannten Andreasstift verbunden. Bis dahin haffte dieses Stift seinen Sitz in Neustadt am Rübenberge. Das Stift umfasst 6 Kanonikate und 9 Vikarien und wurde reich mit Ländereien ausgetattet. Die Aufgaben lagen  im gottesdienstlichen Leben, umfasst darüber hinaus aber besonders den karitativen Bereich: die Kranken-und Altenpflege. 1350 wird die Kirche um die gotischen Seitenschiffe erweitert. Von diesem  Ereignis zeugt eine lateinische Inschrift über dem Nordportal. "Im Jubeljahr 1350, als die Pest vorbei war, die Geissler durchgezogen sind und die Juden umgebracht wurden, ist diese Kirche erweitert worden".

Kunstwerk auf dem Altar

Die Reformation hat auch im Lübbecker Land früh ihren Einzug gehalten. Vermutlich hat die reformatorische Lehre im Stift Minden, also auch in Lübbecke, bereits 1523 Fuß gefaßt. Der Dreißigjährige Krieg brachte über Lübbecke, wie über das ganze umgebene Land, große Not. Auch im sittlichen und religiösen Bereich lag vieles im Argen. Doch sehr bald kam es unter dem Einfluß des Pietismus zu einem regen kirchlichen Leben. Als Folge der Aufklärung ging es leider um 1800 stark zurück.

1804 ordnete der letzte Stiftsdekan, Karl von Varendorf, einen allgemeinen Verkauf aller Wertsachen der St.-Andreas-Kirche an. Sämtliche Grabsteine, die den Boden der Kirche bedeckten, wurden ausgehoben und als Treppenstufen, Scheunenpflaster und Futtertröge in der Stadt verwendet. Alle Altäre der Kirche, elf aus dem Mittelalter und zwei aus der reformatorischen Zeit, wurden abgerissen. Die noch vorhandenen Grabsteine und Epitaphien verdanken ihre Erhaltung allein dem Einspruch der Nachkommen der Verstorbenen. Die Standbilder in der Kirche, das Pest-und Triumphkreuz, ein gotisches Sakramentshaus von 1499, sämtliche Abendmahlsgeräte bis auf eine Patene, einen Kelch und eine Kanne fielen dem "Bildersturm" der Aufklärung zum Opfer.

Die Kanzel von 1666

Doch gerade in dieser Zeit des beginnenden 19. Jh. brach auch in Lübbecke die neue Zeit der Erweckung an, geprägt durch Pastor Möller (1826 - 1864). Neben der Erinnerung der Predigt trat die Erneuerung der Liturgie und Seelsorge, Verständnis und Teilnahme am Abendmahl wuchsen. Künstlerisch bedeutsam in der St.-Andreas-Kirche sind das Triumphkreuz im Chorraum (um 1200), das holzgeschnitzte Abendmahlsrelief (16.Jh.) auf dem Altar (erbaut 1961), die spätromanische Madonna ( Ende 13. Jh.), an der Nordwand, die Barockkanzel (1666) der Orgelprospekt (17. Jh., die Orgel stammt aus dem Jahr 1961), die Emporenbrüstung (1561) sowie Epitaphien des 16. und 17. Jh. in und an der Kirche und der romanische Taufstein (steht erst seit 1961 wieder in der Kirche; wurde in Schnathorst entdeckt, wo man ihn als Blumenschale verwendete). Der bis 1961 benutzte Taufstein steht im Turmraum, er stammt aus dem 18. Jh. und wurde vom bekannten Baumeister Schinkel entworfen.

Fenster

1961 wurde die Kirche restauriert. Das im vergangenen Jahrhundert in die Ostwand des Chores eingebrochene Fenster wurde geschlossen, die romanischen Fenster im Chor (Nord - und Südwand) und in den Ostwänden des Querschiffes wieder auf die ursprünglichen Maße geöffnet.

Im Chorraum legte man romanische Fresken aus dem Mittelalter frei, die an der Nord - und Südwand noch teilweise gut erhalten sind, an der Ostwand jedoch durch das in letzten Jahrhundert eingebrochene Fenster stark zerstört worden sind, so daß dort eine befriedigende Freilegung nicht möglich war. Auch in den Seitenschiffen stellte man Malereien fest, die aber nur zu geringen Teilen freigelegt werden konnten. Die Kirche hat heute vier Glocken. Die älteste ist von 1504, die übrigen Glocken sind von 1953.

Romanische Madonna ca. 13. Jh.

Uhrwerk im Turm ca. 200 Jahre alt

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