In froher Musik vereint
Konzert mit Chören aus dem amerikanischen Middleport in St. Andreas
Lübbecke (nw). „This looks like a friendly community“, soll Franklin D. Roosevelt gesagt haben, als er einst in Middleport/N.Y. Halt machte. Und mit dieser freundlichen Gemeinde aus dem Kreisbezirk Niagara hat Lübbecke die Ehre, zum wiederholten Male musikalische Partnerschaft und Begegnung zu feiern.
Das gemeinsame Musizieren begann1999, als der Bläserkreis der St. Andreaskirche dort „St.Andrews“ genannt, Middleport besuchte. Die Chöre der amerikanischen Stadt kommen aus fünf Gemeinden. Viele aus der 35-köpfigen Gruppe von Sängern, Bläsern und Handglockenspielerinnen haben deutsche Wurzeln. Regelmäßig gibt es Besuche und Gegenbesuche. Den jetzigen zweiwöchentlichen Aufenthalt der Amerikaner haben Gabriele Schröder, Klaus Herrmann und Friedrich Hirte organisiert.
Musik als Zeugnis des Glaubens vereint die unterschiedlichsten Gruppen, das war in dem fast zweistündigen Konzert deutlich zu spüren. Bläser, Chöre, Handglocken mischten sich und traten in fröhlichem Wechsel auf.
Der gemischte Bläserchor aus Blasheim, Gehlenbeck und Lübbecke – auch Bläser aus Middleport waren beteiligt - eröffnete unter Leitung von Karl Kühn das Konzert mit einem strahlend majestätischen „Gloria“. Das nächste Lied des Middleport Community Choirs war gewissermaßen Programm: „In Perfect Harmony“ schwangen sich die schönen Frauen- und Männerstimmen gemeinsam ein, leicht und unangestrengt auch das „Bells Ring for Peace“, bei dem auch ohne englische Sprachkenntnisse „Oh wie wohl ist mir’s am Abend“ herauszuhören war. Doch nicht von ungefähr war der Friede ein Thema der Sänger, am eindringlichsten bei ihrem atemberaubenden „Prayer of the Children“, anrührend und anklagend; ein Tribut an Kinder aus Bosnien, die durch den Krieg zu Waisen geworden waren und Hunger litten. Träumerisch dagegen „Over The Rainbow“ aus dem „Zauberer von Oz“, und deftig-mitreißend „Lord of the Dance“.
Ein ganz besonderes Erlebnis waren die „Middleport Bell Tones“, acht Frauen, die auf Handglocken ganz erstaunliche Klangfarben und Harmonien hervorbrachten. Fast zeremoniell zogen sie sich ihre schwarzen Handschuhe über, bevor sie das Publikum mit ihrer „Fantasy on Westminster Quarters“ lautmalerisch bezauberten.
Vielfältig auch das Programm von „Laudate“ aus Blasheim, Gehlenbeck und Lübbecke. Sowohl alte Musik von Heinrich Schütz „Mein Herz, O Gott ist dir bereit“ - wirkungsvoll unterstützt durch ein Bläser-Oktett - als auch modernere, jazzige Lieder wie „Da ist ein Sehnen“ überzeugten in der Klarheit ihrer Interpretation. Auch von „Laudate“ wurde „Verleih uns Frieden“ ansteckend und mitreißend dargebracht. „What a wonderful world“, der Jubel der Bläser von der Empore stimmte die Zuhörerschaft euphorisch, während Reisesegen auf deutsch und englisch noch einmal die Intensität von Freundschaft zitierten, die Abschied und Wiedersehen liebevoll begleitet.
VON CHRISTIANE TIETJEN

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